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Die Vorstände oder Geschäftsführer sowie oft auch die Führungsriege in der Ebene darunter werden bei Großunternehmen mit 3 bis 5 Prozent des Kapitals beteiligt. Bei kleineren Übernahmen vertrauen die Beteiligungsfonds dem Management auch schon einmal 20 bis 30 Prozent des Kapitals an.
Die Finanzinvestoren verfügen mittlerweile über eine gewaltige Finanzmacht. Große amerikanische Pensionskassen wie die staatliche, kalifornische Calpers, das Absicherungssystem für die kalifornischen Lehrer, Versicherungen, Stiftungen, Dachfonds, reiche Privatleuten und renommierte Universitäten wie Harvard investieren ebenso wie der Vatikan in diese Fonds. Harvard hat ein Viertel seines hochprofessionell verwalteten Vermögens von 27 Milliarden Dollar den Fonds überlassen. Der zu den weltweit größten Pensionfonds zählende Calpers hat seine Investitionen in Hedge-Fonds von einer auf zwei Milliarden Dollar verdoppelt. Auch die Weltbank zeigt große Wertschätzung, wenn sie mittlerweile 1,5 Mrd. Dollar ihres 12 Mrd. Dollar schweren Pensionsfonds in diese Anlageklasse gesteckt hat.
Wenn Hedgefonds und Beteiligungsfonds an den Devisen- und Rohstoffmärkten spekulieren oder gesunde Unternehmen kaufen, um sie nach ein paar Jahren gewinnbringend wieder abzustoßen, geben sie vor, daß sie den amerikanischen Rentnern ihren Lebensabend sichern und die Rente amerikanischer Polizisten und das Vermögen der katholischen Kirche mehren.
Der freie Kapitalverkehr bietet den Hedge-Fonds in Off-shore-Steueroasen Schutz vor ihren Herkunftsländern. Sie entziehen sich der Steuergesetzgebung ihrer Länder und natürlich auch ihren Steuerverpflichtungen. Von der Karibik über Liechtenstein bis Singapur verwalten Banken, Versicherungen und Investmentfonds von Off-Shore-Zentren aus das Geld vermögender Kunden und entziehen es planmäßig dem Zugriff der Herkunftsstaaten. Einlagen von Ausländern werden dort nur gering oder gar nicht besteuert. Jede Preisgabe der Identität der Kontoinhaber steht, auch bei Anfragen staatlicher Behörden, unter Strafe.


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